Vorurteile abbauen, einen offenen Umgang mit Depressionen in der Gesellschaft fördern und auf die Auswirkungen auf Betroffene und das soziale Umfeld aufmerksam machen – so die Ziele des Europäischen Depressionstages 2026. Der europaweite Aktionstag fand am 4. Oktober unter dem Motto „Depression stoppen! Licht ins Dunkel bringen.“ statt und wird alljährlich von der European Depression Association (EDA) veranstaltet. In Berlin lud Prof. Dr. med. Detlef E. Dietrich in seiner Funktion als Repräsentant der EDA in Deutschland zu einer Pressekonferenz mit Dr. Axel Paeger, Vorsitzender des Vorstandes und Gründer der AMEOS Gruppe und Wolfgang Grupp, ehemaliger Geschäftsführer Trigema.
Tabus auflösen
Was für Außenstehende wie gewöhnliche Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit erscheinen mag, kann für Betroffene zu einer schwerwiegenden Erkrankung werden: Antrieb und Lebensfreude gehen verloren, alltägliche Aufgaben werden zunehmend zur Belastung, soziale Kontakte brechen ab. Nicht selten ziehen sich Erkrankte zurück und verlieren den Anschluss an Familie, Freundeskreis und Arbeitsleben. „Die Diagnose Depression kann jedem von uns passieren“, hält Prof. Dietrich auf dem Podium fest. „In Deutschland leiden derzeit schätzungsweise 4 bis 5 Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die Zahlen machen deutlich, welche gesellschaftliche Dimension die Erkrankung inzwischen erreicht hat.“
Genau hier setzt der Europäische Depressionstag an. Im Mittelpunkt stehen Aufklärung und ein offenerer Umgang mit psychischen Erkrankungen. Denn obwohl Depressionen weit verbreitet sind, ist die Erkrankung noch immer mit Vorurteilen und Berührungsängsten verbunden. Dr. Axel Paeger, Vorsitzender des Vorstandes und Gründer der AMEOS Gruppe, einer der bedeutendsten Träger psychiatrischer Krankenhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz: „Für uns ist es von zentraler Bedeutung, dass Menschen mit Depressionen nicht stigmatisiert werden. Wir wollen Barrieren abbauen und dafür sorgen, dass Betroffene möglichst schnell und unkompliziert Zugang zu den passenden Versorgungsangeboten erhalten.“ Prof. Dr. Dietrich ergänzt: „Wer an Depressionen erkrankt, sollte möglichst frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Je früher eine Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto grösser sind in der Regel die Chancen auf einen erfolgreichen Therapieverlauf.“
Wolfgang Grupp, Unternehmer und ehemaliger Geschäftsführer des Sport- und Freizeitbekleidungsherstellers Trigema, sprach auf dem Podium offen über seinen Suizidversuch aufgrund einer reaktiven, depressiven Episode: „Nach 55 Jahren im Geschäft habe ich mein Unternehmen übergeben. Mein ganzes Leben lang hatte ich Verantwortung getragen, Entscheidungen getroffen und die Erfahrung gemacht, gebraucht zu werden. Und plötzlich war da dieser Gedanke: Ich werde nicht mehr gebraucht. Daraus entwickelte sich ein tiefes Gefühl der Nutzlosigkeit. Das hat bei mir zu einem regelrechten Kurzschluss geführt – und vor allem meine Familie emotional zutiefst getroffen.“
Die Zusammensetzung der Runde machte deutlich, dass Depressionen nicht allein eine Frage der Medizin sind. Die Erkrankung kann das Leben von Betroffenen und ihren Angehörigen verändern, Auswirkungen auf Unternehmen und Arbeitsplätze haben und das Gesundheitssystem auch strukturell vor erhebliche Herausforderungen stellen.
Dr. Axel Paeger ergänzt abschliessend: „Psychiatrische Krankenhäuser können ihren Versorgungsauftrag nur erfüllen, wenn ihre Leistungen auskömmlich finanziert und die Rahmenbedingungen verlässlich sind. Beides ist derzeit nicht gewährleistet. Unterfinanzierung und falsche Personalvorgaben gefährden Versorgung und Arbeitsplätze. Die Politik muss deshalb dringend gegensteuern: Finanzierung sichern, falsche Regulierung abbauen und damit die Voraussetzungen für eine leistungsfähige psychiatrische Versorgung schaffen.“

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Detlef Dietrich vereinbaren Sie bitte mit Erken Schröder, Leiterin Unternehmenskommunikation AMEOS Gruppe, unter erken.schroeder@ameos.de.
Bildmaterial und Vitae der Teilnehmer

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Kurzvita Wolfgang Grupp
Wolfgang Grupp, geboren am 4. April 1942, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und schloss sein Studium 1969 mit Diplom ab. Im selben Jahr trat er in die großväterliche Firma Gebr. Mayer KG in Burladingen ein und baute den Geschäftsbereich Sport- und Freizeitbekleidung unter der Marke „Trigema“ auf. Dessen alleinige Geschäftsführung übernahm er ab 1972 und entwickelte die Marke zu Deutschlands größtem Hersteller für Sport- und Freizeitbekleidung. Im Januar 2024 übergab er die Unternehmensführung an seine Kinder Bonita und Wolfgang.

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Kurzvita Dr. Axel Paeger
Dr. Axel Paeger ist Vorsitzender des Vorstandes und Gründer der AMEOS Gruppe. Der promovierte Mediziner und Gesundheitsmanager verfügt über langjährige Erfahrung im Aufbau und in der strategischen Entwicklung von Gesundheitsunternehmen.Zur AMEOS Gruppe gehören mehr als 100 Einrichtungen an über 60 Standorten in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland, wobei die Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik einen zentralen Versorgungsschwerpunkt bilden. Die Mitarbeitenden der Krankenhäuser, Poliklinika, Reha-, Pflege- und Eingliederungseinrichtungen sichern die umfassende Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung in den Regionen und versorgen jährlich über 500.000 Menschen.

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Kurzvita Prof. Dr. med. Detlef E. Dietrich
Prof. Dr. med. Detlef E. Dietrich ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und war in leitenden Funktionen an der Medizinischen Hochschule Hannover sowie als Ärztlicher Direktor der Burghof-Klinik Rinteln tätig. Seit 2004 ist er Repräsentant der European Depression Association in Deutschland und engagiert sich in verschiedenen Fachgremien für die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung. Seit 2021 ist Prof. Dietrich Ärztlicher Direktor des AMEOS Klinikums Hildesheim und ist aktuell Co-Vorsitzender des Landesfachbeirats Psychiatrie Niedersachsen.

Kurzvita Prof. Dr. Alexander Karabatsiakis
Prof. Dr. Alexander Karabatsiakis studierte Biologie und promovierte im Bereich Systemische Neurowissenschaften. Nach der Promotion arbeitete er im Bereich der klinischen und biologischen Psychologie an Mechanismen der Resilienz sowie an Risikofaktoren für die psychische Gesundheit. 2020 übernahm er die Position des österreichischen Repräsentanten bei der European Depression Association und arbeitet aktuell im Fachbereich Klinische Psychologie II am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck, wo er die Arbeitsgruppe Biomolekulare Stress- und Traumaforschung leitet.
